Veränderungen in der Autoindustrie bis 2030

04.01.2016 |  Von  |  Auto
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Veränderungen in der Autoindustrie bis 2030
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Der Umsatz der weltweiten Automobilindustrie dürfte von heute jährlich 3,5 Billionen auf 6,7 Billionen Dollar im Jahr 2030 steigen. Die jährliche Wachstumsrate würde sich damit von derzeit 3,6 auf 4,4 Prozent im Jahr erhöhen.

Neue Mobilitätsangebote und Konnektivitätsdienste sind der Motor dieser Entwicklung: Mit 1,5 Billionen Dollar Umsatzpotenzial können diese 2030 bereits fast ein Viertel des Gesamtumsatzes der Branche ausmachen. Das Umsatzwachstum aus dem Fahrzeugverkauf wird sich hingegen auf rund 2 Prozent pro Jahr halbieren.

Dies sind die wichtigsten Ergebnisse einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung McKinsey & Company. Die Analyse basiert auf einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der Stanford University.

Die Industrie gerät durch neue Wettbewerber unter Druck

„Die Umbrüche in der Automobilindustrie sind heute schon spürbar“, sagt Detlev Mohr, Leiter der europäischen Automobilberatung bei McKinsey. „Vernetztes Fahren, die Elektrifizierung des Antriebs und neue Mobilitätskonzepte stellen die traditionellen Autohersteller vor neue Herausforderungen. Unsere Studie zeigt jedoch, dass sich das Branchenwachstum insgesamt noch beschleunigen kann – vor allem durch neue Geschäftsfelder wie Carsharing und Infotainmentangebote im Auto. Noch ist nicht entschieden, in welchem Masse sich traditionelle Hersteller oder neue Anbieter diese zusätzlichen Erlöse sichern können.“

Während der klassische Fahrzeugverkauf in etablierten Märkten wie Europa und Nordamerika der Studie zufolge stagnieren wird, bieten andere Regionen weiterhin grosses Potenzial. 2030 werden in Asien und weiteren Wachstumsmärkten bis zu 75 Mio. Fahrzeuge verkauft – 28 Mio. Einheiten mehr als 2015. Detlev Mohr: „Um dieses Potenzial zu nutzen, müssen Hersteller die Fahrzeugmärkte bis hinunter auf Städteebene besser verstehen. Mittelfristig wird der Automarkt in New York dem in Shanghai ähnlicher sein als dem im ländlichen Kansas.“

Folgende Trends werden die Autoindustrie McKinsey zufolge bis 2030 prägen:

Autonomes Fahren: Im Bestfall, wenn die noch bestehenden regulatorischen Hürden im Gleichschritt mit der technischen Entwicklung der Sicherheit ausgeräumt werden, könnten bis zu 15 Prozent der Neufahrzeuge im Jahr 2030 komplett autonom fahren. Schon heute stehen viele Autofahrer dieser Technologie aufgeschlossen gegenüber. Die stärkere Verbreitung innovativer Fahrassistenzsysteme kann helfen, die Kunden Schritt für Schritt     ans autonome Fahren heranzuführen.

– Mobilitätsangebote: Heutige Autos werden meist für unterschiedlichste Einsatzgebiete verwendet – vom täglichen Pendeln über kurze Fahrten zum Shopping in die Stadt bis hin zur
längeren Urlaubsreise. In Zukunft werden die Kunden maßgeschneiderte Lösungen für jedes Einsatzgebiet verlangen – zum Beispiel über Carsharing. Jedes zehnte verkaufte Fahrzeug im Jahr 2030 könnte ein geteiltes Auto sein.

– Elektrifizierung: Strengere Emissionsvorschriften, bessere Ladeinfrastruktur und niedrigere Batteriepreise werden die Verkäufe von E-Fahrzeugen weiter ankurbeln. In einem optimistischen Szenario – mit regulatorischer Förderung und steigendem Kundeninteresse – dürfte nach den Prognosen von McKinsey 2030 jedes zweite Neufahrzeug einen (teil-)elektrischen Antrieb haben. Auch hier werden sich regional unterschiedliche Märkte herausbilden:  In grossen Städten werden E-Autos eine sehr viel grössere Rolle spielen als auf dem Land.

„Die Herausforderungen für traditionelle Hersteller sind enorm“, sagt Dominik Wee, Co-Autor der Studie und McKinsey-Partner in München. „Die langfristigen Trends und Kundenwünsche zwingen sie, an vielen Fronten gleichzeitig aktiv zu werden.“ Um das finanziell schultern zu können, sind Kooperationen eine attraktive Option – entweder mit anderen Herstellern oder Technologieunternehmen. Wee: „Autohersteller sollten ein eigenes Ökosystem rund ums Auto aufbauen und langfristig zu einem integrierten Mobilitätsdienstleister werden.“

 

Artikel von: mckinsey.com
Artikelbild: © Stokkete – Shutterstock.com

Über Sorin Barbuta

Ich habe bildende Künste studiert und arbeite seit vielen Jahren als freiberuflicher Graphik Designer. Da für mich selbständiges Arbeiten und Eigenverantwortung sehr wichtig sind, bin sehr gerne in der Welt des Web Content Managements unterwegs.


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