Update: ein Jahr Abgasskandal bei VW

19.09.2016 |  Von  |  News
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Update: ein Jahr Abgasskandal bei VW
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Ziemlich genau ein Jahr ist es her, seit bekannt wurde, dass die Volkswagen AG eine unerlaubte Prüfstandsoftware bei den EA 189-Dieselmotoren eingesetzt hat. Der richtige Zeitpunkt sowohl für einen Rückblick als auch für ein Update.

Am 18. September 2015 wurde bekannt, dass in Fahrzeugen von Volkswagen AG eine unerlaubte Software zur Prüfstanderkennung eingesetzt wurde. Die Verantwortlichen der AMAG erfuhren diese Tatsache ebenfalls aus den Medien. Seither ist man zusammen mit der Volkswagen AG daran, für die betroffenen Kunden resp. deren Fahrzeuge eine Lösung zu finden.

Ein Jahr danach ist es Zeit für ein Update.

Was ist geschehen?

Im Motorsteuergerät der Fahrzeuge mit Dieselmotoren des Typs EA 189 wurde eine Software hinterlegt, die die Fahrkurve des offiziellen Typprüftests erkennt, unabhängig davon, ob das Fahrzeug sich auf einem Prüfstand oder auf der Strasse befindet. Abhängig vom Erkennen der Fahrkurve schaltet das Motorsteuergerät in zwei verschiedene Modi: Modus 1 NOx- optimal für den Prüfstandsbetrieb oder Modus 2 Partikel-optimal für den Strassenbetrieb.

Betroffen sind Fahrzeuge der Marken VW Pkw, VW Nutzfahrzeuge, SEAT, ŠKODA und Audi, die einen Dieselmotor EA189 ab Produktionszeitraum Mitte 2007 haben. Allerdings sind nicht alle Fahrzeuge betroffen, da die Steuergerätapplikation in Abhängigkeit des Fahrzeugs und der Abgasnorm erfolgt.

Um wie viele Fahrzeuge in der Schweiz geht es?

Rund 175’000 Fahrzeuge der Marken VW, Audi, SEAT, ŠKODA da und VW Nutzfahrzeuge.

Wie ist der aktuelle Stand in der Schweiz? Und wie funktioniert der Rückruf?

Für die verschiedenen Marken, Modelle, Motor-, Getriebe- und Antriebsvarianten wurden und werden Software-Updates entwickelt – insgesamt sind dies rund 1600 Versionen. Diese werden von der zulassenden Behörde (meist das deutsche Kraftfahrtbundesamt KBA) abgenommen und freigegeben. Danach werden die Updates in den Systemen aufgeschaltet und die Märkte können mit den Rückrufen beginnen

In der Schweiz liegt die Software für rund 46’000 Fahrzeuge vor, bei rund 16’000 fand der Rückruf bereits statt. Probleme mit und nach dem Update sind de facto keine festzustellen (rund zehn Fahrzeuge hatten nach dem Update ein Ruckeln, welches mit einem erneuten Update Beanstandung behoben werden konnte).

Europaweit liegt für über die Hälfte der Fahrzeuge ein Update vor. In der Schweiz ist die Zahl aktuell noch tiefer, da hier vermehrt Fahrzeuge mit Allrad und/oder Automatikgetriebe betroffen sind und der Hersteller zuerst für die europäischen Volumenmodelle Updates entwickelt hat. Bis Ende Jahr sollten aber für alle Varianten Update verfügbar sein.

Für alle bisher freigegeben Modellvarianten hat das KBA bereits festgestellt, dass nach der Überarbeitung alle im Hinblick auf Schadstoffemissionen geltenden Grenzwerte und sonstigen Anforderungen eingehalten werden und die Umsetzung der technischen Massnahmen zu keinerlei negativen Auswirkungen auf Kraftstoffverbrauchswerte, CO2-Emissionswerte, Motorleistung, Drehmoment und Geräuschemissionen geführt hat. Unabhängige Tests von TCS, ADAC und OeAMTC haben dies bestätigt, sowohl im Test- wie auch im realen Betrieb.

Wird der Rückruf 2016 abgeschlossen sein?

Schlussendlich entscheidet der Kunde, wann er zum offiziellen Markenpartner gehen will. So wird er möglicherweise einen Termin für einen Räderwechsel auch gleich für das Update nutzen. Es ist davon auszugehen, dass die letzten Kunden deshalb erst 2017 das Update machen lassen.



Wie wurden und werden die Kunden über den Sachstand informiert?

Bereits im November erhielten die betroffenen Fahrzeughalter ein erstes Infoschreiben. Danach folgte im Februar das zweite Schreiben an alle betroffenen Halter mit Informationen zum weiteren Vorgehen und mit dem Hinweis, dass sie aktiv angeschrieben würden, wenn für ihr Fahrzeug die Software freigegeben ist.

Die Kunden erhalten nun nach der Freigabe jeweils ein Schreiben, mit dem sie in die Werkstatt gebeten werden. Damit alle Halter erreicht werden, stellt das ASTRA die Halterdaten ausschliesslich für diesen Verwendungszweck zur Verfügung. Reagiert ein Fahrzeughalter nicht auf dieses Schreiben, wird er zu einem späteren Zeitpunkt erneut angeschrieben. In Ergänzung finden die Kunden auf den Homepages der betroffenen Marken weitere Informationen zum Thema.

 

Artikel von: AMAG Automobil- und Motoren AG
Artikelbild: © SGM – Shutterstock.com

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