Tuning an Strassenfahrzeugen

23.05.2014 |  Von  |  Allgemein, Auto, Zubehör
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Tuning an Strassenfahrzeugen
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Der Begriff Tuning stammt aus dem englischen Sprachgebrauch und ist somit ein Anglizismus. Tuning bedeutet eigentlich nichts anderes als Feinabstimmung, gemeint kann damit eine technische Feinabstimmung (zur Leistungsmaximierung) oder auch beispielsweise eine optische Abstimmung des Fahrzeugäusseren (verbessertes Design) sein.

Das Tuning kann in besonderen Fachwerkstätten durchgeführt werden, es beschäftigt aber auch zahllose Hobbyisten und Do-it-Yourselfer. Es gibt die unterschiedlichsten Formen von Tuning für Fahrzeuge, sie müssen sich nicht zwingend auf Automobile beschränken. Wir stellen hier für Sie einmal die bekanntesten und gebräuchlichsten Formen des Tunings vor.



Alfa Romeo 156 – Fashion Tuning Club, Borghi, Italien (Bild: ermess / Shutterstock.com)

Alfa Romeo 156 – Fashion Tuning Club, Borghi, Italien (Bild: ermess / Shutterstock.com)

Sehr verbreitet ist das Motortuning

Bei einem Motortuning richtet sich die Aufmerksamkeit der Tuner auf das Antriebsaggregat. Hier gilt es oft, Leistungsreserven zu heben, Drehzahlbereiche auszuweiten, Verdichtungen zu erhöhen oder leistungsmindernde Nebenaggregate zu verbessern. Jede Form der Veränderung von den Parametern des Motors darf als Tuning bezeichnet werden. Das Schweizer Bundesamt für Strassen (ASTRA) erliess mit seiner Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS) die relevanten Rahmenbestimmungen. Der ATVSL (Auto Tuning- und Design Verband Schweiz Liechtenstein) wurde im Jahr 1997 als Dachverband der Fachbetriebe aus den Tuning-Branchen gegründet. Informationen zum ATVSL finden Sie hier.



Das Tuning ist immer auch eine Frage des zur Verfügung stehenden Budgets. Fahrwerksverbesserungen, Karosseriemodifikationen und andere Tuningmassnahmen können Investitionen erfordern und eine sogenannte „Ausserordentliche Prüfungspflicht“ notwendig machen. Die Sicherheitsdirektion des Strassenverkehrsamtes im Kanton Zürich hat dazu eine übersichtliche Auflistung der Modifikationen an Fahrzeugen veröffentlicht, in welcher diese Pflichten zur ausserordentlichen Prüfung näher bezeichnet sind.

Was ist unter „Chiptuning“ zu verstehen?



Unter diesem Begriff werden Modifikationen zusammengefasst, die eine Veränderung der werksmässigen Motorkontrolle und -steuerung zum Inhalt haben. Das ASTRA verfügte dazu, dass ein Chiptuning genehmigungspflichtig ist, und beauftragte das DTC (Dynamic Test Center in Vauffelin) mit der Bearbeitung dieser Genehmigungen. Ein PDF zum Download dazu stellt der Tuning Verband ATVSL hier zur Verfügung.

Was sind „entdrosselnde Massnahmen“ an Motorfahrzeugen?

Manche Fahrzeuge sind zu besonderen Zwecken mit einer vorgesehenen und beabsichtigten Drosselung der Motorleistung oder Leistungsparameter ausgerüstet. Dazu gehören im Besonderen auch einspurige Fahrzeuge und Dreiräder in den leistungs- oder geschwindigkeitslimitierten Kategorien. Das Tuning solcher zwangsgedrosselten Motoren kann strafbar sein und zu einer drastischen Kürzung des Versicherungsschutzes führen. Dem Fahrzeugführer kann die Haftpflichtversicherung im Extremfall die Leistung sogar komplett verweigern.

Polizeiliche Behörden und Gerichte kennen kein Pardon, wenn eine beabsichtigte Leistungsminderung umgangen oder verhindert wird. Diese enthemmten Fahrzeuge sind ein häufiger Grund für Verkehrsunfälle und die kantonalen Ordnungsbehörden sind angehalten, da verstärkt zu kontrollieren. Das Entdrosseln dieser Fahrzeuge ohne entsprechende Genehmigung dazu ist kein „Dummerjungenstreich“ mehr, sondern eine strafbare Handlung. Auch wer solche „Tuningarbeiten“ anbietet oder für andere durchführt, bewegt sich dabei auf sehr dünnem Eis und kann unter Umständen auch dafür belangt werden.



Optisches Fahrzeugtuning und was es dabei zu beachten gilt

Fahrzeugbesitzer sind manchmal an einer Aufwertung ihres Fahrzeuges interessiert und spielen mit dem Gedanken an die Montage von Zubehörteilen an der Karosserie. Hierzu gibt es verschiedenste Richtlinien und bindende Vorschriften. Die Zuberhörteile und aerodynamischen Karosserieverbesserungen sind in der Regel typgeprüft und nur für ein bestimmtes Fahrzeug angefertigt worden.

Die Unbedenklichkeitsbescheinigungen der Hersteller (auch z. B. deutsche ABEs oder TÜV-Gutachten) sind bei der meist notwendigen Eintragung in die Fahrzeugpapiere sehr hilfreich. Ein professioneller Tuningbetrieb kann diese Eintragung auch in Ihrem Auftrag vornehmen. Die Strassenverkehrsämter nehmen diese Änderungen im Fahrzeugausweis nach erfolgter Abnahme vor. Nur so schützt man sich vor unliebsamen und oft auch kostspieligen Konsequenzen. Meistens verteilt die Polizeibehörde saftige Bussen, manchmal konfiszieren sie aber auch gleich ein Fahrzeug mit illegal montierten Tuning-Teilen.

Die Vereinigung der Strassenverkehrsämter der Schweiz (asa) bietet die dazugehörigen Informationen nur als kostenpflichtigen Download an. Beim Tuning Verband ATVSL sind sie jedoch auch gratis erhältlich.

Optisches Fahrzeugtuning (Bild: Algefoto / Shutterstock.com)

Optisches Fahrzeugtuning (Bild: Algefoto / Shutterstock.com)

Tuning – ein Fazit

Tuning bietet einem jeden Fahrzeugbesitzer die Gelegenheit, sein Gefährt den individuellen Vorstellungen anzupassen. Den möglichen Modifikationen setzen die kontrollierenden Behörden jedoch ein allgemeines Sicherheitsbedürfnis entgegen. Nicht alles, was technisch machbar ist, ist auch im öffentlichen Strassenverkehr erlaubt. Der verantwortungsbewusste Fahrzeugführer erkundigt sich im Vorfeld seiner Tuning-Projekte nach den geltenden Richtlinien und Bestimmungen. Die facettenreiche Bandbreite der Optionen variiert von Herstellermarke zu Herstellermarke und von Modellversion zu Modellversion.

Fachlich kompetente Berater zum Tuning zu finden ist eine Frage der richtigen Recherche. Ihr Lieferant für Tuningteile und -zubehör ist üblicherweise über die rechtliche Sachlage bestens informiert und kann notwendige Teilegutachten etc. bereitstellen, sofern Kopien davon nicht bereits im Lieferumfang enthalten sind. Die professionellen ortsansässigen Tuner verfügen nicht nur über die Kenntnisse zum Sachverhalt, sondern zusätzlich oftmals auch über die notwendigen Kontakte zu den Strassenverkehrsämtern zwecks Legalisation Ihrer Tuning-Projekte. Zeitgemässes und verantwortungsbewusstes Tuning geht auch einher mit einer Fahrweise, die andere Verkehrsteilnehmer weder belästigt (Geräusche!) noch in Gefahrensituationen bringt.



 

Oberstes Bild: Peugeot 206cc – Annual Modified Nationals Automotive Show, Petersborough, England (© Paul Stringer / Shutterstock.com)


1 Kommentar


  1. Ich will einen 65 er Mustang von USA importieren. Das Auto hat einen neuen 302 Motor drin. Das Auto ist total renoviert. D.h. Bremse, Fahrwerk, Motor. Alles ist neu aber die Karosserie ist Original von 1965 aber restauriert. Ein modernes Auto mit alter Schale! Ich habe keine Absicht das Auto als Oldtimer hier zu registrieren aber weiss nicht ob so ein Auto überhaupt durch die MFK geht. Weiss jemand ob ich mit so einem Auto Probleme bekommen. Gruss David

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