TCS-Kindersitztest – fast jeder dritte mangelhaft

27.10.2016 |  Von  |  News

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Kindersitze sind eigentlich dazu gedacht, noch kleinere Kinder im Auto besonders vor Gefahren zu schützen. Doch viele Sitze erfüllen diese Funktion nur unzureichend. Das ist das Ergebnis des jüngsten Kindersitztests vom Touring Club Schweiz (TCS). Fast ein Drittel der getesteten Sitze fiel durch und erwies sich als mangelhaft.

Konkret wurden 13 verschiedene Kindersitze aus allen Gewichtsklassen untersucht, darunter auch fünf Modelle mit „i-Size“-Zulassung. Neun Testprodukte haben mindestens die Bewertung „empfehlenswert“ erhalten, während ein Produkt nur „bedingt empfehlenswert“ ist und drei Kindersitze mit „nicht empfehlenswert“ durch den Test gefallen sind.

Verschiedene Kriterien geprüft und bewertet

Sämtliche Produkte wurden bezüglich Sicherheit, Bedienung, Ergonomie, Schadstoffgehalt sowie Reinigung und Verarbeitung geprüft und bewertet. Die als „empfehlenswert“ oder besser eingestuften Modelle übertreffen die gesetzlichen Vorschriften zum Teil deutlich, die Anforderungen des Verbraucherschutztests wurden bei ihrer Entwicklung berücksichtigt. Dies trifft auf die folgenden Modelle zu: Joie i-Anchor Advance, Maxi-Cosi Rubi XP, Cybex Aton Q i-Size, Cybex Aton Q i-Size & Base Q i-Size, Cybex Sirona M2 i-Size, Recaro Zero 1, Kiddy Phoenixfix 3, Nania Befix SP und Jané Quartz.

Mängel vor allem bei der Sicherheit

Aufgrund einer unterdurchschnittlichen Leistung bei den Sicherheitstests erhielt der Osann Beline SP Luxe lediglich die Bewertung „bedingt empfehlenswert“. Aufgrund von erheblichen Sicherheitsmängeln gar als „nicht empfehlenswert“ eingestuft wurden die Modelle Nuna Rebl und Recaro Optia. Beide Kindersitze haben beim Frontalaufpralltest versagt und weisen ein entsprechend grosses Verletzungsrisiko auf.

Auch der Diono Radian 5 wurde als „nicht empfehlenswert“ eingestuft – aufgrund von erforderlichen Umbauten bei unterschiedlichen Gewichtsklassen und losen Zubehörteilen besteht bei diesem Modell ein erhebliches Risiko für Fehlbedienungen. Zudem können grössere Kinder kaum angeschnallt werden.


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TCS-Tipps – das sollte bei Kindersitzen beachtet werden

Nicht jeder Kindersitz passt zu jedem Auto. Deshalb sollte man sich vor dem Kauf über das entsprechende Angebot informieren, etwa indem man die TCS-Kindersitztests der letzten Jahre konsultiert. Zudem empfiehlt es sich, mit dem eigenen Fahrzeug zum Händler zu fahren und die in Frage kommenden Modelle vorgängig auszuprobieren. Dabei sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Der Kindersitz muss möglichst stramm und standsicher im Fahrzeug eingebaut werden können. Vor allem bei älteren Fahrzeugen können etwa lange Gurtschlossbefestigungen dazu führen, dass sich der Sitz nicht stabil anschnallen lässt.
  • Um eine optimale Rückhaltung zu gewährleisten, sollten Gurte möglichst geradlinig verlaufen und keine Falten werfen.
  • Insbesondere bei Babyschalen sollte geprüft werden, ob die Gurtlänge im Fahrzeug ausreicht, um den Sitz sicher anschnallen zu können. Ist der Gurt zu kurz für eine herkömmliche Babyschale, lässt sich eventuell eine mit separater Basis montieren.
  • Bei Sitzerhöhern mit Rückenstütze kommt es teilweise vor, dass sich der Gurt nicht mehr selbständig aufrollt, wenn sich das Kind nach vorne beugt. In diesem Fall sollte man einen anderen Kindersitz ausprobieren, bei dem die Position der Schultergurtführung besser zur Gurtgeometrie des Autos passt.
  • Kindersitzmodelle mit semi-universaler Zulassung (z.B. alle Kindersitze mit Stützfuss) können nicht in sämtlichen Fahrzeugen montiert werden. Diesen Produkten liegt allerdings meistens eine Typenliste mit den passenden Fahrzeugen bei.
  • Zudem sollte man sich mit der Handhabung des Sitzes vertraut machen. Nur mit einem richtigen Einbau kann der Sitz das Kind bei einem Unfall bestmöglich schützen. Dabei ist auch wichtig, dass die Gurte immer straff angezogen werden. Jacken sollten unter dem Beckengurt herausgezogen werden, so dass der Gurt möglichst nahe am Körper anliegt.

Rückrufaktion – Hersteller Recaro hat schon reagiert

Recaro hat bereits auf die schlechten Testresultate des Recaro Optia reagiert. Laut Recaro handelt es sich um einen Materialfehler bei der Basisstation „RECARO fix Basis“, welche in Verbindung mit dem „RECARO Optia“ und „RECARO Privia“ verwendet wird. Die Babyschale „RECARO Privia“ in Kombination mit der „RECARO fix Basis“ sei davon nicht betroffen.

Europaweit sind rund 11‘000 Basisstationen betroffen, in der Schweiz allerdings nur wenige. Recaro hat auch bereits eine Rückrufaktion dieser Basisstationen veranlasst. Obwohl die Problematik in der Kombination von „RECARO fix Basis“ und „RECARO Privia“ nicht aufgetaucht ist, sollten auch diese Basisstationen allenfalls ausgetauscht werden.

 

Artikel von: Touring Club Suisse/Schweiz/Svizzero TCS
Artikelbilder: © TCS

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