TCS: Alkohol-Messgeräte sind nicht zuverlässig

13.12.2016 |  Von  |  News
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TCS: Alkohol-Messgeräte sind nicht zuverlässig
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Fahren unter Alkoholeinfluss hat mitunter fatale Folgen. Über 1.500 alkoholbedingte Verkehrsunfälle gab es 2015 in der Schweiz. Der TCS testete kurz vor den Feiertagen 10 in der Schweiz erhältliche Alkohol-Messgeräte und verglich die angezeigten Resultate mit einer Blutprobe.

Immer mehr, immer modernere und immer durchdachtere Alkohol-Messgeräte sind in der Schweiz erhältlich. So ist es heute sehr einfach, ein entsprechendes Produkt in den grossen Webshops, auf spezialisierten Internetseiten oder auch in Apotheken zu kaufen. Die Preise bewegen sich dabei zwischen CHF 3,50 und mehreren Hundert Franken.

Die im Test verwendeten Geräte können in zwei Gruppen unterteilt werden: Chemisch und elektronisch. Die chemischen Messgeräte sind Einweg-Produkte und zeigen das Resultat durch die Verfärbung von Kristallen an. Die elektronischen Testgeräte sind mehrfach verwendbar und zeigen die Resultate als Zahlenwert an. Für einige von ihnen wurden sogar eigene Smartphone-Apps entwickelt.

Testanordnung

Am Test nahmen 9 Personen teil – 4 Frauen und 5 Männer. Für alle Probanden wurde unter Berücksichtigung von Geschlecht und Gewicht rechnerisch die Menge Alkohol bestimmt, welche einen Alkoholisierungsgrad von 0,25 mg/l (was 0,5 Promille entspricht) auslöst. In einem ersten Test nahmen die Probanden genau diese berechnete Menge Alkohol zu sich. Danach wurden mit allen Alkohol-Messgeräten der Blutalkoholwert gemessen.

Um die erzielten Resultate der Messgeräte mit dem tatsächlichen Blutalkoholwert zu vergleichen und analysieren zu können, wurde direkt anschliessend von Ärzten des Centre Universitaire Romand de Médecine Légale (CURML) eine Blutprobe entnommen. Beim zweiten Alkoholtest wurde dasselbe Vorgehen wiederholt, diesmal jedoch mit einer Alkoholdosis, die einen Alkoholisierungsgrad von klar mehr als 0,25 mg/l auslösen sollte.

Resultate enttäuschend

Von den 10 getesteten Messgeräten erwiesen sich nur 4 als „zufriedenstellend“, 2 erhielten das Prädikat „genügend“ und 4 wurden als „ungenügend“ beurteilt.

Die chemischen Modelle vermochten nicht zu überzeugen, da ihre Anwendung nicht einfach ist. Ablesen und Interpretieren des Resultats erwiesen sich für einen Erstanwender als schwierig.

Dem gegenüber waren die Resultate der elektronischen Geräte sehr unterschiedlich: Einige zeigten Werte an, die denen der Blutprobe sehr nahe kamen, andere zeigten jedoch beträchtliche Abweichungen. Die elektronischen Testgeräte bleiben dennoch das einfachste und schnellste Mittel, um die Alkoholisierung zu messen.

Allerdings garantiert ihr Preis nicht gleichzeitig Zuverlässigkeit, was sich beim Test ebenfalls herausstellte. Trotzdem können diese Geräte im Zweifelsfall nützlich sein. Sie vermögen aber keinesfalls die Fahrtüchtigkeit zu garantieren. Die einfachste Regel ist und bleibt: Wer trinkt, fährt nicht.

Trotz neuer Messeinheit bleibt alles beim Alten

Alkoholtest wie auch Alkohol-Messgeräte (verwendet durch die Ordnungskräfte) werden zukünftig die Resultate in Milligramm Alkohol pro Liter Luft (mg/l) anzeigen. Diese neue Messeinheit bringt jedoch weder eine Änderung der zulässigen Alkoholmenge im Strassenverkehr, noch der gesetzlichen Strafdrohung mit sich. Den aktuellen Grenzwerten von 0,5 und 0,8 Promille (Alkoholgehalt im Blut) werden 0,25 und 0,4 mg/l (Alkohol in der ausgeatmeten Luft) entsprechen.

 

Quelle: Touring Club Schweiz
Artikelbild: © Benoit Daoust –  shutterstock.com (Symbolbild)

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