Rückwärts einparken – die Anleitung

02.10.2014 |  Von  |  Allgemein, Auto
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Rückwärts einparken – die Anleitung
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Im an Parkmöglichkeiten nicht gerade reich gesegneten Innenstadtbereich tut sich plötzlich eine Parklücke in Fahrtrichtung auf. Jetzt ist keine Zeit zu verlieren. Schnell und unkompliziert rückwärts einparken, heisst die Devise.

Werden ein paar einfache Regeln beachtet, ist ein elegantes Einparkmanöver im Rückwärtsgang kein Problem.

Rückwärts einparken: Die Vorbereitung

An sich haben wir das alles in der Fahrschule ja gelernt. Wenn das nur nicht schon so lange her wäre. Aber keine Sorge, mit dieser Anleitung ist das Rückwärtsparken ein Kinderspiel. Zunächst mal: Ruhe ist in einer derartigen Situation die erste Bürgerpflicht. Stress beansprucht nicht nur die Nerven und das Herz-Kreislaufsystem, sondern mindert auch unsere Fähigkeit, überlegte Entscheidungen zu treffen. Haben Sie Kinder am Rücksitz, lassen Sie diese auf der Gehsteigseite aussteigen. Dadurch haben Sie mehr Ruhe beim Einparken und den Kindern macht es Spass, dem Manöver von aussen zuzusehen. Ist dies aus irgendeinem Grund nicht möglich, oder nicht gewünscht, halten Sie die Kinder zur Ruhe an, damit Sie sich ausreichend auf das Parkmanöver konzentrieren können.


Die Parklücke sollte zumindest eineinhalbmal so lang sein wie das eigene Auto. (Bild: TTphoto / Shutterstock.com)

Die Parklücke sollte zumindest eineinhalbmal so lang sein wie das eigene Auto. (Bild: TTphoto – Shutterstock.com)


So unser Fahrzeug nicht über eine Rückfahrkamera verfügt, müssen wir das Einparkmanöver eben nach optischen Orientierungshilfen durchführen. Darüber hinaus ist zu beachten, dass diese Anleitung lediglich für PKW gilt; wenn Sie sich etwa anlässlich eines Umzugs einen Klein-LKW als Umzugsauto gemietet haben, gelten beim Einparken andere Regeln.

Zunächst sollte die Parklücke, der man sein Vertrauen schenkt, zumindest eineinhalbmal so lang sein wie das eigene Auto, da man bei jedem Einparkmanöver einen Spielraum braucht. Mit der Zeit entwickelt man ein zuverlässiges Augenmass dafür, welches auch davon abhängig ist, wie gut die Länge des eigenen Fahrzeugs optisch eingeschätzt werden kann. Fahren Sie nun etwas nach vorne und stellen Sie sich neben das vor der auserwählten Parklücke befindliche Auto. Die ideale Position ist dann erreicht, wenn die Strebe zwischen dem Fenster des Beifahrers und dem hinteren Seitenfenster auf einer Linie mit dem Heck des anderen Autos liegt. Alternativ kann auch auf Höhe des Seitenspiegels des parkenden Autos mit dem Einparkmanöver begonnen werden, hierbei sind allerdings eventuelle Unterschiede in den Abmessungen der beiden Fahrzeuge zu berücksichtigen, auch müssen Sie in dem Fall zunächst etwas zurückfahren, bevor Sie beginnen.


Ruhe beim Rückwärtsparken ist die erste Bürgerpflicht. (Bild: dean bertoncelj / Shutterstock.com)

Ruhe beim Rückwärtsparken ist die erste Bürgerpflicht. (Bild: dean bertoncelj – Shutterstock.com)


Rückwärts einparken: das Manöver

Stellen Sie den Blinker nach rechts an und vergewissern Sie sich durch einen Blick in den Rückspiegel, dass der Verkehr frei ist und Sie sowohl den hinter der Parklücke stehenden Wagen als auch die Bordsteinkante in Ihrem Blickfeld haben. Drehen Sie nun das Lenkrad nach rechts bis zum Anschlag. Die Räder Ihres Fahrzeugs befinden sich nun in einem 45-gradigen Winkel zum Bordsteinrand, genau richtig für ein problemloses Einparken. Ein zu steiler oder zu stumpfer Winkel würde das Auto entweder zu nahe an den Bordsteinrand oder zu weit davon weg führen.


Nachdem Sie sich gut positioniert haben, drehen Sie das Lenkrad nach rechts bis zum Anschlag. (Bild: Minerva Studio / Shutterstock.com)

Nachdem Sie sich gut positioniert haben, drehen Sie das Lenkrad nach rechts bis zum Anschlag. (Bild: Minerva Studio – Shutterstock.com)


Nun lassen Sie die Kupplung kommen und fahren langsam rückwärts, bis sich Ihr Wagen in einem Winkel von 45 Grad zum Bordstein befindet. Steigen Sie nun auf die Bremse und schwenken Sie das Lenkrad ganz nach links. Wichtig dabei ist, wirklich fest auf der Bremse zu stehen, damit der Wagen nicht während der Lenkbewegung seine Position verändert, was vor allem bei abschüssiger Fahrbahn sehr wahrscheinlich ist, wenn Sie nicht wirklich fest auf der Bremse stehen. Bewegt sich das Auto während des Lenkeinschlages auch nur ein paar Zentimeter, kann das die gesamte Geometrie des Einparkvorgangs zunichte machen. Ist das Lenkrad links am Anschlag, weg von der Bremse und dann langsam in die Lücke rollen, je nach Neigung des Untergrundes entweder mit oder ohne motorischer Unterstützung.

Wichtig ist generell, das gesamte Manöver gleichmässig auszuführen, nicht zu schnell und auch nicht zu langsam. In der Lücke angekommen richten Sie die Räder des Fahrzeugs gerade aus und positionieren das Fahrzeug so, dass sowohl für Sie als auch für die Nachbarautos vorne und hinten noch genügend Platz bleibt, um die Parklücke zu verlassen. Beachten Sie dabei auch eventuelle Hauseinfahrten oder Kreuzungsbereiche bzw. die entsprechenden Sicherheitsabstände, die in der Strassenverkehrsordnung (StVO) dafür vorgesehen sind.



Ist die Strasse sehr eng geschnitten, ist es sinnvoll, den Aussenspiegel des Autos sicherheitshalber einzuklappen. So kann nichts beschädigt werden, und gleichzeitig wird anderen Verkehrsteilnehmern das Durchkommen erleichtert. Leider ist das Einklappen der Spiegel allerdings nicht bei allen Fahrzeugen möglich.

Kraftfahrerorganisationen, wie der Automobil Club der Schweiz (ACS), bieten regelmässig Fahrtrainings an, in denen unter der Anleitung erfahrener Instruktoren unter anderem auch das Rückwärtsfahren und rückwärts Einparken erlernt und geübt werden kann. Diese Kurse sind generell zur Erhöhung der Fahrsicherheit sehr zu empfehlen, so werden auch Trainings für das richtige Verhalten bei Aquaplaning und die Fahrweise bei tief winterlichen Verhältnissen angeboten.

 

Artikelbild: Rückwärts einparken verursacht in uns oft ein unangenehmes Gefühl. © dean bertoncelj – Shutterstock.com

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