Railway spart CO2 ein – Coop-Tochter präsentiert Weltneuheit im Gütertransport

02.11.2016 |  Von  |  Allgemein

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Railway spart CO2 ein – Coop-Tochter präsentiert Weltneuheit im Gütertransport
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Waren werden heute mit der Bahn um die ganze Welt transportiert. Selbst verderbliche Lebensmittel gehören dazu. Um sie intakt am Ziel anzuliefern, werden die empfindlichen Güter unterwegs gekühlt. Das kostet Energie und erhöht den CO2-Ausstoss.

Jetzt hat die Railcare AG, eine 100-prozentige Tochter des Coop-Gruppe, ein Verfahren entwickelt, mit dem man die sensible Ware mit kinetischer, statt wie bisher mit Treibstoff kühlen oder temperieren kann: Eine Revolution für den Gütertransport auf der Bahn.

Die Weltneuheit ist eine völlig neue Energiegewinnungs- und Energiespeicherungsmethode. Sie nutzt die Energie, die beim Fahren des Zuges entsteht, zum Kühlen oder auch Heizen der transportierten Ware. Dank eines Energiespeichers kann diese auch bei Stillstand der Bahn geregelt abgegeben werden. Diese Innovation leistet einen wesentlichen Beitrag zur Schonung der Umwelt sowie zur Lärmreduktion und ist für Coop ein wichtiger Beitrag zur CO2-Vision.

Der Warentransport nimmt weltweit zu – sowohl auf kurzen Distanzen als auch bei den Langstrecken über hunderte oder tausende von Kilometern. Während des Transports müssen sensible Frachtgüter, wie Lebensmittel, in den Containern oft gekühlt, gefroren, beheizt oder bei wechselnden Umweltbedingungen konstant temperiert werden. Dies benötigt viel Energie.

Die bislang eingesetzten Varianten der Energieversorgung brachten verschiedene Nachteile mit sich. So müssen beispielsweise Systeme, die Diesel in elektrische Energie umwandeln, regelmässig betankt werden, was entsprechende logistische Anforderungen stellt. Dazu belasten Dieselmotoren die Umwelt mit CO2.

rCE-Powerpack spart Diesel

„Die Innovation von Railcare ermöglicht die Temperierung des Frachtgutes ohne Diesel. Das neuartige Powerpack generiert beim Transport über die Bewegung der Güterwagen-Radachsen Energie und kann diese dank einem Speicher kontrolliert zur Temperierung der Container verwenden“, erklärt Leo Ebneter, Verwaltungsratspräsident von Railcare und Leiter der Direktion Logistik bei Coop.

Dieses revolutionäre System mit dem Namen „modulares rCE-Powerpack“ (für Railcare E-Pack) wird direkt auf die Containertragwagen der Güterbahn montiert. Das Energieversorgungssystem für die Transportbehälter umfasst mehrere Komponenten: einen Adapterrahmen, einen Hydraulikgenerator, einen Energieumwandler und -speicher sowie einen Lastanschluss zur Versorgung der Kälteanlagen in den Containern. Ergänzt wird es durch ein fortschrittliches Satelliten-gesteuertes Überwachungs- und Steuerungssystem.

Umweltschonung in mehrfacher Hinsicht

„Unser innovatives System wandelt die kinetische Energie der Radachse in elektrische Energie um und speichert sie in grossen Akkus“, sagt Philipp Wegmüller, neben Beat Wegmüller und Josef Zettel einer der Erfinder dieser nachhaltigen Lösung. Dank der ausgeklügelten Energie-Zwischenspeicherung in modernsten Akkus wird die Kühlkette auch aufrechterhalten, wenn der Zug für längere Zeit still steht. Eine umfassend nachhaltige Lösung.

Der durch die Railcare-Erfindung mögliche Verzicht auf Diesel-gekühlte Transporte reduziert den Ausstoss von CO2. „Unsere Neuentwicklung benötigt pro Containerwagen 75 Prozent weniger Treibstoff. Das ermöglicht uns, die tägliche CO2-Produktion markant einzudämmen“, so Philipp Wegmüller, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Railcare.

Die fortschrittliche Lösung von Railcare hilft zudem, die mit Gütertransporten einhergehenden Lärmemissionen merklich zu reduzieren. „Die Stromgewinnung über nachhaltige Dynamos ist hörbar leiser als herkömmliche Diesel-Motoren“, erklärt Philipp Wegmüller.


Railcare senkt mit CO2-Ausstoss bei Bahntransport (Bilder: Railcare)


Coop bis 2023 CO2-neutral

Mit der Entwicklung des „rCE-Powerpack“ leistet Railcare einen weiteren Beitrag zur CO2-Vision von Coop. Die Vision sieht vor, dass das Unternehmen bis 2023 CO2-neutral ist. „Wenn wir in der Logistik unseren Verbrauch reduzieren können, hat dies einen markanten Einfluss auf unsere gesamte CO2-Bilanz“, unterstreicht Leo Ebneter.

Die Railcare AG ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von Coop. Sie erbringt mit eigenen Zügen und Lastwagen logistische Dienstleistungen im unbegleiteten kombinierten Verkehr (UKV) für Coop und Drittkunden. Diese Dienstleistungen umfassen die gesamte Transportkette, einschliesslich Strassen- und Bahntransporte, Terminalfunktionen sowie Operator- und Speditionsaufgaben. Railcare AG wurde 2007 gegründet und gehört seit 2010 zu Coop. Das Unternehmen beschäftigt rund 300 Mitarbeitende an 11 Standorten.

 

Artikel von: Coop
Artikelbild: © Railcare

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