Premiere: Globales Klimaabkommen für die Luftfahrt

11.10.2016 |  Von  |  Flugzeug, News
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Erstmals gibt es ein globales Klimaabkommen für die Luftfahrt. Mit überwältigender Mehrheit ist ein entsprechender Vorschlag von der UNO-Staatengemeinschaft im Rahmen der Internationalen Zivilluftfahrtbehörde ICAO in Montreal angenommen worden.

Das Abkommen ist nicht nur eine Premiere für den Luftverkehr, es ist überhaupt das erste Mal, dass eine solche Vereinbarung für einen Industriesektor getroffen wurde. Die UN-Luftfahrtorganisation ICAO unterstreicht damit die Bedeutung des Pariser Klimaabkommens auch für den Luftverkehr. Kern des Abkommen ist das Offsetting-System CORSIA (Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation).

Ausgleich für wachstumsbedingte Emissionen

Es soll ab 2020 bewirken, dass wachstumsbedingte CO2-Emissionen systematisch kompensiert werden. Durch das globale Offsetting-System wird die Luftfahrt für ihre wachstumsbedingten Emissionen eine Klimaschutzabgabe zahlen. Mit diesen Mitteln sollen weltweit CO2-senkende Vorhaben finanziert werden, die in entsprechender Grössenordnung diese Emissionen verlässlich kompensieren.

Die Implementierung soll in drei Phasen erfolgen, wobei die ersten beiden Phasen freiwillig sind und die dritte an Kriterien gebunden ist, die 90 Prozent der Verkehrsleistung im internationalen Luftverkehr abdecken. Zu den Staaten, die von Anfang an dabei sein wollen, zählen unter anderem 44 europäische Länder, die USA, China und Japan.

Das Offsetting-System ist ein entscheidender Baustein im Klimaschutzplan der Luftfahrt, auf den sich Airlines, Flughäfen, Hersteller und die Flugsicherungen bereits 2009 geeinigt haben:

1. Die Treibstoffeffizienz soll pro Jahr um 1.5 Prozent gesteigert werden.

Dies gelingt bereits durch Innovationen bei der Flugzeug- und Triebwerkstechnik, die Investition in energieeffizientere Flugzeuge sowie optimal aufeinander abgestimmte betriebliche Prozesse am Boden und in der Luft.

2. Ab 2020 soll das Wachstum des Luftverkehrs CO2-neutral erfolgen.

Zu diesem Zweck kommt jetzt das internationale Klimaschutzinstrument in Form des Offsetting-Systems zum Einsatz, um ab 2020 das wachstumsbedingte CO2 zu kompensieren.

3. Bis 2050 sollen die netto-CO2-Emissionen gegenüber 2005 um 50 Prozent sinken.

Dafür müssen langfristig alternative Kraftstoffe und Antriebe entwickelt und zu marktfähigen Preisen angeboten werden.

 

Artikel von: Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)
Artikelbild: © leonard_c – istockphoto.com

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