Platz vs. Premium und Sportlichkeit: Auto-Anschaffungstipps für anspruchsvolle Familienväter

16.12.2014 |  Von  |  Auto
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Platz vs. Premium und Sportlichkeit: Auto-Anschaffungstipps für anspruchsvolle Familienväter
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Es ist schon fast ein ehernes Gesetz des Autokaufs: Wer Platz will, muss die Sportlichkeit opfern und oftmals auch den Premium-Anspruch. Umgekehrt muss mit engen Platzverhältnissen vorlieb nehmen, wer sich zwischen edlen Materialien und hinter einem potenten Motor sitzen sehen will. Das Spannungsfeld tut sich insbesondere für Familienväter auf, die auf eine gewisse Geräumigkeit nicht verzichten können.

Klar, die Spannung lässt sich nicht vollends auflösen. Allerdings entsteht sie auch nicht für alle Männer, denn so mancher nimmt mit den Standard-Angeboten à la Touren und Sharan vorlieb und ist damit zufrieden. Wer allerdings höhere automobile Ansprüche hat, kommt schnell in die Bredouille, widersprüchliche Bedürfnisse befriedigen zu müssen. Doch für all die Premium-Papas habe ich gute Nachrichten: Es gibt sehr gute Kompromisse. Wenn man das nötige Kleingeld dafür hat.

Dies einmal vorausgesetzt, brauche ich kein Blatt mehr vor den Mund zu nehmen, was die möglichen Marken für edle Familienkutschen angeht. Bei Audi, BMW, Mercedes, Porsche, Lexus, Jaguar oder Land Rover ist die Verarbeitungsqualität einfach auf einem anderen Niveau. Und darum geht es ja beim Anspruch “Premium”. Was mir in meiner Monate währenden Suche in eigener Sache auch noch klar wurde: Jede der genannten Marken hat einen eigenen Charakter, und auch wenn dieser über die Jahre leichten Anpassungen unterworfen ist, wird ein BMW nie ein Lastesel und ein Mercedes nie ein reinrassiger Sportwagen werden.

Den Claim abstecke

Um eine grobe Orientierung zu bekommen, welches Auto passen könnte, schlage ich zunächst eine Klärung der folgenden Fragen vor:

  • Wie gross ist die Familie jetzt, und wie stark soll sie innerhalb der nächsten vier Jahre wachsen?
  • Ist einem Sportlichkeit oder Komfort wichtiger?
  • Bevorzugt man eine hohe oder eher eine niedrige Sitzposition?

Denn eine Familie mit einem kleinen Kind, das nicht in absehbarer Zeit Geschwisterchen bekommen soll, könnte sogar mit einem Auto der Grösse Audi Q3 oder BMW X1 gut klar kommen. Auch eine vierköpfige Familie braucht nicht gleich den Audi Q7 oder Mercedes R-Klasse. Die riesigen Kofferräume stehen nämlich die meiste Zeit leer. Geht es mal auf grössere Reisen, kann die Anschaffung einer Dachbox eventueller Platznot Abhilfe schaffen. Kostenpunkt beim (standesgemässen Premium-Hersteller Thule incl. Montagekit: um die 750 Franken beispielsweise für die Motion 600. In jedem Fall deutlich günstiger, als in die nächstgrössere Fahrzeugklasse zu wechseln.


Mercedes-Benz ML 250 BlueTEC (Bild: © M 93 - CC BY-SA 3.0)

Mercedes-Benz ML 250 BlueTEC (Bild: © M 93CC BY-SA 3.0)


Bei der Frage “Komfort oder Sportlichkeit gelten die alten Klischees nach wie vor, wenn auch in abgeschwächter Form. Mercedes ist immer noch der Garant für Komfort und sanftes Dahingleiten. In Sachen Sportlichkeit haben Audi und BMW inzwischen Plätze getauscht. Die neueste BMW-Generation bietet mehr Platz und Federungskomfort als die vergangene, Audi platziert sich mit athletischem Design und sportlichen Gimmicks wie dem V8-Sound beim V6-Biturbo-Diesel bewusst links seines bayerischen Konkurrenten.

Und schliesslich sollte man – eventuell in Absprache mit seiner Frau – klären, wie hoch die Sitzposition sein soll. Eine hohe bietet gute Übersicht und das Gefühl von Souveränität und Unangreifbarkeit, entsprechend gebaute SUVs müssen allerdings beim Pylonen-Slalom Abstriche machen sowie bei der Höchstgeschwindigkeit und generell auf der Autobahn bei hohem Tempo. Wer allerdings niedrig sitzt, hat bessere Tuchfühlung mit der Strasse. In einem Audi S4 das Baby in den Sitz zu schnallen ist jedoch weit weniger angenehm als in einem Q5.

Da dieser Punkt eine übersichtliche Zweiteilung zulässt, ordne ich im Folgenden die Autos in die Klassen “SUV” und “Kombi” ein. Die Tabellen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Die besten Premium-SUVs für FamilienDie besten SUVs für Familien.Für Kleinfamilien könnte der Audi RS Q3 ein heisser Tipp sein. 310 PS von einem 2,5-Liter Turbobenziner sorgen für rasante Fahrleistungen, Steuer, Versicherung und Verbrauch halten sich vergleichsweise im Rahmen. Junge Gebrauchte ab CHF 50’000 – das Modell gibt es noch nicht so lange.


Land Rover Discovery (Bild: © NRMA Motoring and Services - CC BY-SA 2.0 DE)

Land Rover Discovery (Bild: © NRMA Motoring and ServicesCC BY-SA 2.0 DE)


Die “klassische” vierköpfige Familie ist meines Erachtens mit dem BMW X3 am besten bedient. Die aktuelle Generation federt komfortabel, lässt sich per Adaptive Drive aber auch auf sportlich trimmen. Platz gibt es genug (z.B. 540 Liter Kofferraumvolumen), die Motorenpalette reicht vom eher gemütlichen, aber sparsamen 2,0-Liter-Turbodiesel mit 143 PS bis zum 313-PS-Biturbodiesel. Für Wenigfahrer ist der 306-PS-Turbo-V6-Benziner eine attraktive Alternative. Als einziger Anbieter hat BMW das Head-Up-Display im Programm. Ab CHF 25’000 auf dem Gebrauchtwagenmarkt.

Je grösser die Familie, desto wichtiger Komfort und Platz. Mein Geheimtipp: die inzwischen eingestellte Mercedes R-Klasse. Der R 320 CDI oder besser noch 350 CDI bietet innen Lounge-Feeling. Unbedingt ab Baujahr 2008 kaufen und am besten als 7-Sitzer, dann ist auch für die Zukunft vorgesorgt. Zu haben sind die recht seltenen Fahrzeuge ab ca. 25’000 Franken.

Die besten Premium-Kombis für FamilienDie besten Premium-Kombis für Familien.

In der Kombiklasse haben meiner Meinung nach die deutschen Hersteller klar die Nase vorn. Niemand baut so perfekt abgestimmte Familienkutschen, die dazu noch eine irrsinnig breite Motorenpalette bieten, wie Audi, BMW und Mercedes.

Kleinstfamilien: Wer wenig Platz braucht, macht weder mit BMW 1er noch mit Audi A3 etwas falsch. Die Kompakten ermöglichen es aufgrund ihres geringen Gewichts sogar, für relativ wenig Geld (ab CHF 40’000) wahre Rennmaschinen zu erwerben. Sowohl M1 als auch RS3 beschleunigen in weit weniger als 5 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Zwei Kinder: Je nach Klaustrophobiefaktor kann man die kleineren Varianten (C-Klasse bzw. 3er bzw. A4 wählen) oder die geräumigeren. In Sachen Kofferraumvolumen macht das jeweils ca. 50 Liter aus, nicht die Welt. Am meisten merken den Unterschied wohl die Fondpassagiere, gefolgt von Fahrer und Beifahrer. Auch Verarbeitungsqualität und Federungskomfort sind bei 5er, E-Klasse und A6 höher als bei ihren kleineren Brüdern. PS-mässig ist fast alles möglich, alle drei Premiumhersteller bieten Topmotorisierungen mit weit über 500 PS an. Meine Tipps lauten jedoch anders. Für Vielfahrer empfehle ich den unglaublichen BMW 335d, mit 313 PS stärkster Diesel dieser Klasse. Wer lieber einen Benziner hat, sollte sich den Audi S4 ansehen. Junge Gebrauchte sind ab ca. 35’000 Franken zu haben, dafür bekommt man ein ausgereiftes Modell mit V6-Kompressor, 333 PS und einem sagenhaften Motorsound.



Was ich persönlich mir und meiner Familie kaufen werde? Das erfahrt ihr im Sequel. Online wahrscheinlich im Sommer 😉

 

Oberstes Bild: © Sunny studio – shutterstock.com


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