„Oscar“ für Schweizer Segelboot Quant 23

27.01.2016 |  Von  |  Schiff
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„Oscar“ für Schweizer Segelboot Quant 23
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Ein innovatives Segelboot aus der Schweiz wurde auf der weltgrössten Wassersportmesse in Düsseldorf zur „European Yacht of the Year“ gewählt.

Die Auszeichnung gilt als „Oscar“ der Segelbootbranche und wurde von einer Jury aus elf der führenden Yachtzeitschriften Europas in der Kategorie „Special Boats“ verliehen. Dank seiner Tragflächen hebt das prämierte Boot ab und „fliegt“ über das Wasser.

Der Rumpf hebt sich aus dem Wasser, das Boot zischt auf Tragflächen über die Wellen: Eine Yacht, die fliegt, ist bisher ein eher ungewöhnliches Bild. Doch Foilen, so nennen Wassersportler diese Disziplin, gilt als der neue Trend im Segelsport. Auf der weltweit grössten Wassersportmesse „boot“, die jedes Jahr im Januar in Düsseldorf stattfindet, wurde nun eine Yacht mit sogenannten „Foils“ vorgestellt und zur spektakulärsten Neuheit der Saison gekürt.

Das Aussergewöhnliche an dem Boot ist seine Fähigkeit, das Foilen jedem erfahrenen und fitten Segler zu ermöglichen. Darauf zielte das Konzept ab – vom ersten Federstrich an. Die meisten anderen foilenden Segelboote von heute sind Maschinen, die vor allem den Profis im Segelsport vorbehalten sind. Der Öffentlichkeit hat sich dieser Bereich des Segelsportes mit der Austragung des America’s Cup 2013 in San Francisco erschlossen.

Erstes Kielboot, das foilen kann

Die Quant 23 ist beim Wettbewerb „Yachten des Jahres“ die Gewinnerin in der Kategorie „besondere Boote“ (special yachts). Sie ist das erste Kielboot, das foilen kann. Dafür fährt man in Lee – also auf der dem Wind abgewandten Seite des Bootes – Tragflächen aus, die ab einer gewissen Geschwindigkeit genügend Auftrieb entwickeln, um das Boot über der Wasseroberfläche fliegen zu lassen. Dieser Vorgang reduziert den Fahrwiderstand erheblich.

Das Resultat sind sehr hohe, bisher eher unbekannte Geschwindigkeitsbereiche für „Normalsegler“, die auf diesem Boot an die 50km/h reichen – und dies bereits bei moderaten Winden. Um möglichst früh abheben zu können muss das Boot leicht sein – im Fall der Quant23 sind das unter 300kg. Die Form des Bootes ist ungewöhnlich. Der Rumpf muss spezifischen Anforderungen genügen, um das Foilen sicher und kontrollierbar zu machen.



Die Quant23 wurde von der Firma „QuantBoats“ des Zürcher Seglers Michael Aeppli und des Luzerner Werftbesitzers Max Schmid konzipiert und in Zusammenarbeit mit dem ebenso innovativen britischen Yacht-Designer Hugh Welbourn realisiert. Mit von der Partie sind weitere spezialisierte Unternehmen rund um die Welt. „QuantBoats“ existiert seit 2008 und stimulierte die Segelwelt bereits mehrfach mit der Realisierung ungewöhnlicher Boote.

Das foilende Kielboot wird nun in Serie gebaut. Die Auslieferung des ersten Exemplars ist für das Frühjahr 2016 geplant. Das Preisniveau solcher Boote liegt über demjenigen eines konventionellen modernen Sportbootes ähnlicher Grösse. Das ist leicht verständlich und kann mit einem Vergleich im Automobilbau erklärt werden: Das Spitzenmodell einer Baureihe unterscheidet sich eben nicht nur durch den Einbau einer stärkeren Maschine. Verstärkungen da und dort und die Verwendung hochfester Hi-Tech Werkstoffe sind nötig, um ein leistungsgesteigertes Spitzenmodell sicher und beherrschbar zu machen.

Viele Segel-Experten halten das Foilen für das Zukunftsthema im Segelsport. „Bis 2020“, prognostiziert Jochen Rieker, Chefredaktor des grössten Europäischen Yacht-Magazins, „wird das Foil-Segeln definitiv zu einer neuen olympischen Disziplin!“

Über die Auszeichnung Yachten des Jahres

Fünf Yachten in fünf verschiedenen Kategorien haben auf der boot Düsseldorf 2016 die Chance, die begehrte Auszeichnung „European Yacht of the year 2016“ zu erhalten. Die Auswahl der interessantesten Kandidaten war wegen der vielen in Frage kommenden Neuheiten nicht leicht. Aber Entscheidungen wurden getroffen und während des Herbstes wurden die nominierten Yachten vor den Küsten Frankreichs und Italiens von einer internationalen Fachjury ausgiebig getestet und genau beurteilt, um anschliessend die Sieger zu ermitteln.

Was ist DSS?

QuantBoats baut auf das sogenannte Dynamic-Stability-System  (kurz DSS). DSS ist ein patentiertes System des britischen Yacht-Designer Hugh Welbourn. Die Besonderheit ist, das QuantBoats als erste Firma weltweit diese Technologie konsequent anwendet, wie im Falle der von einer internationalen Fachjury ausgezeichneten Quant23.



Während konventionelle Boote von Mannschaft und Ballast am Kiel von Luv her niedergedrückt und aufgerichtet werden, wirkt DSS umgekehrt: Das System hebt das Boot auf der Leeseite, dadurch richtet es sich ebenfalls auf. Um das zu erreichen, wird ein Tragflügel – wie ein Flugzeugflügel – in Lee auf Höhe Wasserlinie aus dem Bootsrumpf ausgefahren. Fährt das Boot, wird das Profil von Wasser umströmt und liefert Auftrieb und gibt diesen in Form von Stabilität ans Boot weiter. Das Prinzip sorgt in richtiger Anwendung für leichtere und damit schnellere Segelboote.

 

Artikel von: QuantBoats
Artikelbild: Die Quant 23 wurde mit dem renommierten „Oscar“ der Segelbootbranche „European Yacht of the Year“ ausgezeichnet. © obs/QuantBoats

Über Samuel Nies

Als gelernter Informatikkaufmann war für mich schon schnell klar, dass die Administration von verschiedenen Systemen zu meinem Gebiet werden sollte. Um aber auch einen kreativen Anteil in meinen Arbeitsalltag zu integrieren, verschlug es mich in die Welt des Web Content Management.


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