Neue Rückrufe bei General Motors

24.03.2014 |  Von  |  Auto, Neuwagen
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Neue Rückrufe bei General Motors
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Nach mehreren tödlichen Unfällen hat der amerikanische Autokonzern General Motors Mitte Februar rund 780’000 Autos zurückgerufen. Das Unternehmen befürchtete, ein Defekt in den Zündschlössern könnte dazu führen, dass sich Motoren, elektronische Assistenten oder die Lenkung während der Fahrt abstellten.

Der Defekt soll zu 31 Unfällen geführt haben, bei denen zwölf Menschen starben. Nun weitet das Unternehmen die Rückrufaktion deutlich aus und beordert mehr als 1,4 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten. Betroffen sind vorwiegend Wagen, die in den USA und Kanada unterwegs sind. Inzwischen sollen auch Opel GT-Modelle in Europa zurückgerufen werden.



GM weitet Rückrufaktion auf neuere Modelle aus 

Bei den zuerst zurückgerufenen Fahrzeugen handelt es sich um verschiedene Modelle, die bereits in den Jahren zwischen 2003 und 2007 produziert wurden und vor allem auf dem amerikanischen Markt verkauft wurden. Nun weitete der amerikanische Autobauer die Rückrufe deutlich aus: In einer Presserklärung teilt GM mit, nach einer umfassenden internen Sicherheitsüberprüfung würden in weiteren drei separaten Rückrufaktionen Fahrzeugmodelle, die in den Jahren zwischen 2008 und 2014 produziert wurden, zurückgerufen.

Mit einem Anteil von 1,18 Millionen Fahrzeugen handelt es sich dabei vor allem um den Buick Enclave , den Saturn Outlook und einige GMC Acadia Modelle sowie den Chevrolet Traverse. General Motors befürchtet, technische Defekte könnten dazu führen, dass Seitenairbags nicht auslösten. Auch der Cadillac XTS ist von dem Rückruf betroffen: Hier kann ein Bremskraftverstärker zu einer Überhitzung des Motorraums führen und im schlimmsten Fall ein Feuer auslösen. Aktuellen Berichten zufolge sollen auch im europäischen Raum rund 2’300 Fahrzeuge von dem Rückruf betroffen sein, darunter 1’200 Opel GT-Modelle aus dem Jahr 2007.

Sicherheit hat oberste Priorität 



GM-Chefin Mary Barra beschönigt die Situation nicht und hat sich in einer Videobotschaft öffentlich entschuldigt. Sie betonte, bei den Sicherheitstests künftig höhere Massstäbe anzulegen und die Abläufe zu optimieren. Mit der erneuten Ankündigung betont Barra, Sicherheit habe im Konzern oberste Priorität. Eine intensive interne Überprüfung solle möglichst bald Ergebnisse liefern.

Dazu hat Barry eigens eine neue Position im geschaffen: Künftig wird Jeff Boyer für die Fahrzeugsicherheit verantwortlich zeichnen. Boyer soll bereits während der Entwicklung Sicherheitsmängel erkennen und beseitigen. Barra teilt mit, Boyer arbeite bereits seit 1974 für General Motors und habe bereits mehrere führende Positionen bekleidet. Unter anderem war er für die Zertifizierung und die Fahrzeugsicherheit der General Motors-Fahrzeuge verantwortlich.

Mindestens zwölf tödliche Unfälle sollen sich aufgrund der defekten Zündschlösser ereignet haben. General Motors hatte in den betreffenden Jahren Zündschlösser eingebaut, die sich während der Fahrt von selbst in die Aus-Position drehten. Das soll vor allem bei schweren Schlüsselanhängern oder sehr schlechten Strassenverhältnissen passiert sein.

Die amerikanische Organisation for Auto Safety hingegen berichtet von mehr als 300 Unfalltoten, bei denen nicht auslösende Airbags als Ursache vermutet werden. US-Medien sprechen in diesem Zusammenhang bereits von „Switchgate“ und fokussieren in ihrer Berichterstattung vor allem auf zahlreiche Teenager, die bei Unfällen ums Leben gekommen sind.





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Die betroffenen Fahrzeuge werden häufig von Fahranfängern genutzt, so dass viele junge Leute unter den Opfern sind. (Bild: ambrozinio / Fotolia.com)




Die betroffenen Fahrzeuge werden häufig von Fahranfängern genutzt, so dass viele junge Leute unter den Opfern sind. Medienberichten zufolge soll der Autobauer bereits seit dem Jahr 2001 von den Problemen mit den Zündschlössern wissen, diese aber ignoriert haben. GM hat mittlerweile bestätigt, dass die möglichen Defekte im Haus bekannt waren. Inzwischen beschäftigen sich die amerikanische Justiz und der Kongress mit der Aufklärung des Falls. US-Zeitungen werfen der Verkehrssicherheitsbehörde vor, nicht rechtzeitig reagiert zu haben und General Motors zu einem Rückruf zu zwingen.

Eigenen Angaben nach wird die gesamte Rückrufaktion den Konzern rund 300 Millionen US-Dollar kosten. Darüber hinaus muss das Unternehmen mit einem erheblichen Imageverlust rechnen. Nachdem GM sich gerade aus seiner Krise aus dem Jahr 2009 herausgearbeitet hat, ist dies ein neuerlicher Schlag für die Opel-Mutter.

Zahl der Rückrufe steigt 

Auch der japanische Autobauer Honda hat auf dem amerikanischen Markt mit Problemen zu kämpfen: Der Konzern ruft in den USA rund 900’000 Minivans des Typs Odyssey zurück. Durch einen Defekt in der Benzinpumpe könnte Kraftstoff entweichen und sich möglicherweise entzünden. Bisher gibt es Konzernangaben zufolge jedoch keine Berichte über etwaige Vorkommnisse. Mit einem endgültigen Austausch der Teile können die Fahrzeugbesitzer jedoch erst im Sommer rechnen, zunächst arbeitet man mit einer provisorischen Lösung. Aufgrund der hohen Anzahl betroffener Fahrzeuge werden die Ersatzteile erst im Sommer zur Verfügung stehen. 

Insgesamt nimmt die Anzahl der zurückgerufenen Fahrzeuge deutlich zu. Einer aktuellen Studie zufolge wurden allein in den USA in den letzten Jahren mehr als 20 Millionen Fahrzeuge zurückgerufen. Damit liegt die Anzahl der Rückrufe deutlich über der Anzahl der Neuzulassungen. In den USA sind die Vorgaben für Rückrufe besonders streng und das Risiko einer Klage ist auf dem amerikanischen Markt deutlich höher als in anderen Ländern. Viele Hersteller starten oftmals wegen kleinerer Mängel eine grosse Rückrufaktion.

Die Studie der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach geht davon aus, dass vor allem Bauteile, die in mehreren Modellen Verwendung finden, für die Qualitätsmängel verantwortlich sind. Vor allem die Elektronik und Sicherheitssystem sorgen in den Fahrzeugen immer wieder für Defekte.



 

Oberstes Bild: © Artur Marciniec – Fotolia.com

Über Andrea Hauser

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden - seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen zählen noch immer zu meinen Steckenpferden. Angetrieben durch die Lust, Neues zu entdecken, arbeite ich mich gern in unbekannte Themengebiete ein und lasse mich schnell begeistern.

Mit meiner Familie erkunde ich in den Ferien fremde Metropolen oder lasse bei einem Badeurlaub einfach die Seele baumeln. Seit ich klein bin, sind Bücher meine große Leidenschaft, wenn es meine Zeit erlaubt, bin ich immer mit einem guten Buch anzutreffen. Mich fasziniert alles, was mit Kreativität zu tun hat: Von Acrylbildern, über Glasmalerei bis hin zu Loombands habe ich schon vieles ausprobiert.



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