Lichttechnik im Auto

25.03.2015 |  Von  |  Allgemein, Auto
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Lichttechnik im Auto
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Das Licht eines Autos muss in erster Linie die Strasse ausleuchten, daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Bereits heute ist Licht aber zusätzlich zu seiner Hauptfunktion ein wichtiges Designelement geworden. In Zukunft wird das Licht noch weitere Funktionen übernehmen – auch im Innenraum eines Autos.

Bei den Stichworten Auto und Gas denkt man heute wahrscheinlich an den alternativen Erdgas- oder in Deutschland ebenfalls verbreiteten Autogasantrieb. Früher jedoch wurden gasbetriebene Lampen bei Autos eingesetzt, welche die Fahrbahn mehr schlecht als recht ausleuchteten. Es ging mehr ums gesehen Werden als ums Sehen. Doch schon ab 1925 kamen elektrische Glühlampen mit kombinierten Fäden für Abblend- und Fernlicht (Zweifadenlampe) zum Einsatz.



Halogenlampen, wie sie auch heute noch im Einsatz sind, kamen Anfang der 60er Jahre auf den Markt. Die Zweifadenhalogenlampe H4 kam erstmals 1971 in einem Serienfahrzeug zum Einsatz. Noch heute, 44 Jahre später, sind H4-Halogenlampen bis in die Mittelklasse Standard, auch wenn gegen Aufpreis häufig höherwertiges Licht verfügbar ist.

Tageslichtähnliche Ausleuchtung

Doch was zeichnet hochwertigeres Licht aus? 1991 waren erstmals in einem Serienauto Xenonscheinwerfer fürs Abblendlicht zuständig, das Fernlicht wurde jedoch weiterhin von Halogenlampen erzeugt. Während sich die Fahrer von Autos mit Xenonlicht über die stärkere Ausleuchtung freuten, hatten andere Verkehrsteilnehmer weniger Freude. Denn die stärkere Ausleuchtung hatte zur Folge, dass falsch eingestelle Scheinwerfer, insbesondere bei Regen, den Gegenverkehr blendeten. Die automatische Leuchtweitenregulierung ist bei Fahrzeugen mit Xenonlicht heute deshalb gesetzlich vorgeschrieben. Xenonlicht hat aber nicht nur den Vorteil der kräftigeren Ausleuchtung gegenüber Halogenlicht, auch die Lichtfarbe, welche näher am Tageslicht liegt, hält bei Nachtfahrten eher wach, da bläuliches Licht die Konzentrationsfähigkeit steigert.

Demokratisierung der LED Technik

Während Xenonlicht früher der Oberklasse vorenthalten war, sind heute bereits Kleinwagen ab Werk optional mit Xenonscheinwerfern verfügbar. Und obwohl ich heutige Xenonschweinwerfer – im Gegensatz zu Halogenscheinwerfen – (noch) nicht für überholt erklären würde, demokratisiert sich währenddessen die LED-Technik. Damit sind nicht LED-Tagfahrlichter und -Rücklichter, sondern Voll-LED-Lichtsysteme gemeint. Ihr Vorteil gegenüber Xenon sind die noch weissere Lichtfarbe, welche dem für den Menschen natürlich erscheinenden Sonnenlicht bereits sehr nahe kommt. Darüber hinaus sind LED Scheinwerfer besonders energieeffizient.

Mehr sehen – weniger blenden

Wie bereits erwähnt, haben frühere Xenonscheinwerfer den Gegenverkehr teils stark geblendet. LED-Scheinwerfer verfügen über eine noch kräftigere Ausleuchtung, weshalb es immer wichtiger wird, selber möglichst viel zu sehen, ohne den Gegenverkehr zu stören. Adaptive Scheinwerfersysteme arbeiten mittels einer Kamera, die über dem Innenspiegel installiert ist. Diese Kamera erfasst entgegenkommende und vorausfahrende Fahrzeuge. Während billige Systeme lediglich in der Lage sind, zwischen Abblend- und Fernlicht hin und her zu schalten, kann mit teureren Systemen permanent mit Fernlicht gefahren werden. Je nach Verkehr werden einzelne LED Lichtmodule gedimmt oder deaktiviert, sodass beispielsweise ein entgegenkommendes Fahrzeuge nicht geblendet wird, rund um das Fahrzeug herum dennoch die volle Lichtleistung erbracht wird.




Licht im Innenraum

Mit dem Durchbruch der LEDs, welche sich selbst in der kleinsten Ritze installieren lassen, gewinnt das Thema Licht auch im Innenraum an Bedeutung. Nebst der herkömmlichen Ambientebeleuchtung könnte Licht bei (teil-)autonomen Fahrzeugen in Zukunft eine Rolle spielen. Es gibt bereits Ideen, ein LED-Lichtband rund um die untere Fensterlinie zu installieren. Erkennt das Auto eine drohende Gefahr, könnte das Licht dort aufleuchten, wo die Gefahr naht, um den Fahrer darauf aufmerksam machen.



Licht als Designmerkmal

Die Designer haben längst die Möglichkeiten des Lichts entdeckt, um den Modellen ein unverwechselbares Markengesicht zu geben. Aber nicht nur vorne, auch hinten sollen die Rücklichter sofort deutlich machen, aus welcher Manufaktur das vorausfahrende Auto stammt. Auch beim Design haben die LEDs den Weg geebnet, denn nur sie sind klein genug, um präzise und unverkennbare Leuchtgrafiken zu realisieren.





Die Designer haben längst die Möglichkeiten des Lichts als Designmerkmal entdeckt. (Bild: © AMatveev / Shutterstock.com)

Die Designer haben längst die Möglichkeiten des Lichts als Designmerkmal entdeckt. (Bild: © AMatveev / Shutterstock.com)

Licht in der Zukunft

Die Welt dreht sich weiter, das Licht wird sich verändern und zusätzliche Funktionen übernehmen. Audi und BMW beispielsweise bieten bereits heute in Serienfahrzeugen das Laserlicht an, welches eine enorme Reichweite von über 600 Meter erreicht. Ob sich für eine maximale Lichtausbeute das LED- oder Laserlicht durchsetzt, ist noch offen. Eine weitere Entwicklung, allerdings noch nicht serienreif, stammt ebenfalls von Audi: Das Rücklicht soll dreidimensional werden und somit dem Hintermann den optimalen Sicherheitsabstand aufzeigen. Opel seinerseits konzentriert sich nach vorne: Eine Kamera im Innenraum registriert, wohin der Fahrer schaut. Ein Teil des Lichtkegels soll dann dem Blick des Fahrers folgen. Auch dieses System ist noch nicht serienreif, aber die Konzepte der verschiedenen Hersteller zeigen, wohin die Entwicklungen führen. Licht ist viel mehr, als nur das Ausleuchten der Strasse. Es ist gleichzeitig auch ein Designmerkmal und Sicherheitsfeature.



 

Oberstes Bild: Das Licht eines Autos muss in erster Linie die Strasse ausleuchten. (© Valentina Razumova / Shutterstock.com)

Über Koray Adigüzel

Koray Adigüzel aus Glarus, 22 Jahre jung, studiert an der HTW Chur Multimedia Production. Als absoluter Autonarr führt er einen Autoblog, wo er der Seele des Autos auf der Spur ist. Nach dem Studium wird er in den Autojournalismus einsteigen, auch, weil das Durchschnittsalter in der Branche dringend gesenkt werden muss. ;-)

Webseite: korayscarblog.ch


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