Gurt im Auto – auf dem Rücksitz noch zu selten

19.07.2016 |  Von  |  News
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Gurt im Auto – auf dem Rücksitz noch zu selten
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Gurtragen im Auto ist schon lange Pflicht. Und fast jeder weiss, wie gefährlich es sein kann, unangeschnallt unterwegs zu sein. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass auf den Gurt verzichtet wird. Das zeigt auch die aktuelle bfu-Zählung zur „Gurtquote“. Vor allem auf dem Rücksitz wird immer noch relativ häufig kein Gurt genutzt. Hier die Ergebnisse der bfu-Zählung 2016 im Überblick.

Immerhin 94 Prozent der Fahrer tragen den Sicherheitsgurt (2015: 93 %). Auf den Rücksitzen schnallen sich 86 Prozent der Fahrzeuginsassen an, was zumindest eine Steigerung gegenüber 2015 (76 %) darstellt. Am meisten wird der Gurt in der Deutschschweiz getragen (95 %), vor der Romandie (92 %) und dem Tessin (91 %).

Immer geringere Unterschiede bestehen beim Gurttragen in verschiedenen Fahrsituationen: Während sich auf Autobahnen und ausserorts 97 % bzw. 94 % der Lenker angurten, beträgt die Anschnallquote innerorts 93 %. Damit bestätigt sich die erfreuliche Steigerung der Vorjahre im Innerortsverkehr (im Vergleich dazu: 2005: 74% / 2010: 83 %). Das Unfallrisiko entspricht dabei keineswegs der subjektiv empfundenen Gefahr: Auf Innerortsstrassen verunglücken mehr als doppelt so viele Fahrzeuginsassen wie auf Autobahnen. Das Gurttragen sollte deshalb gerade auf Innerortsstrecken selbstverständlich sein.

Rücksitz-Anschnallquote: besser, aber nicht gut

Die Anschnallquote auf Rücksitzen hat sich erstmals seit längerer Zeit erhöht. Angesichts der Tatsache, dass das Anschnallen auf Rücksitzen 1schon 994 obligatorisch erklärt wurde, ist die Tragquote von 86 % (2014: 77 % / 2015: 76 %) allerdings noch immer zu niedrig. Eigentlich unverständlich, gehört doch der Sicherheitsgurt nach wie vor zu den wichtigsten Lebensrettern im Strassenverkehr. bfu-Schätzungen haben ergeben, dass durch den Sicherheitsgurt in der Schweiz seit dem Jahre 2000 annähernd 15‘000 schwere Verletzungen und 1‘800 Todesfälle vermieden werden konnten.

Zu einem ähnlichen Befund ist auch die European Transport Safety Council (ETSC) im Jahre 2014 gekommen. Danach haben allein 2012 europaweit rund 8‘600 Pkw-Insassen schwere Kollisionen überlebt, weil sie einen Sicherheitsgurt trugen. Und: 900 Menschenleben könnten gemäss ETSC-Report jährlich gerettet werden, wenn Angurt-Erinnerer (Seat-Belt-Reminder) sämtliche Fahrzeuginsassen konsequent mit einer Warnleuchte oder einem Warnton auffordern würden, sich anzuschnallen.

Die bfu, das Schweizer Kompetenzzentrum für Unfallprävention, wird sich deshalb weiterhin dafür einsetzen, dass das Anschnallen im Auto noch mehr zur Selbstverständlichkeit wird – auch auf den Rücksitzen.

 

Artikel von: bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung
Artikelbild: © Syda Productions – shutterstock.com

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