Gefährlich: dicke Jacken im Auto!

28.01.2016 |  Von  |  Auto
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Gefährlich: dicke Jacken im Auto!
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Wussten Sie, dass dicke Jacken das Verletzungsrisiko im Auto erhöhen? Gerade jetzt im Winter tragen wir Daunen- oder andere Winterjacken aus Bequemlichkeit auch im Auto. Doch es gilt: Je grösser der Abstand zwischen Sicherheitsgurt und Körper, desto höher ist das Verletzungsrisiko bei einem Autounfall.

Unfallexperten von AXA empfehlen deshalb, dicke Winterjacken vor Fahrtantritt im Kofferraum zu verstauen, gerade auch die von Kindern und Babys.

Vielen Verkehrsteilnehmern ist nicht bewusst, dass dicke Winterkleidung bei Autounfällen ein Risiko darstellt. Sie hindert nämlich den Sicherheitsgurt daran, seine volle Wirkung zu entfalten. Im Extremfall können wenige Zentimeter darüber entscheiden, ob man mit dem Schrecken davonkommt oder schwere Verletzungen erleidet.

Dicke Jacken: lieber ausziehen

Der Gurt liegt aus Komfortgründen nicht straff am Körper, sondern hat etwas Spiel. Dieser Spielraum zwischen Körper und Gurt wird im Fachjargon „Gurtlose“ genannt. Bei einer ruckartigen Bewegung zieht der Gurtstraffer innerhalb von Sekundenbruchteilen den Gurt um bis zu 15 Zentimeter an, um die Gurtlose zu verringern. Ein Mechanismus, der lebenswichtig sein kann, von einer dicken Jacke aber behindert wird – unter Umständen mit fatalen Folgen. Bettina Zahnd, Leiterin Unfallforschung & Prävention bei der AXA Winterthur, erklärt: „Nach dem Aufprall komprimiert der Gurt zuerst die voluminösen Textilien, erst dann wird der Körper abgebremst. Dabei gehen wertvolle Millisekunden verloren. Zusätzlich zur Kollisionskraft wirkt nun noch die Kraft auf den Körper, die durch dessen Geschwindigkeit im Vergleich zum Gurt entsteht. Er wird mit einem Ruck aufgefangen und danach in den Sitz zurückgeschleudert.“

Eine unnötige Belastung, die durch richtiges Verhalten vermieden werden kann. Bettina Zahnd: „Daunenjacken oder generell dicke Jacken sind für Autofahrten ungeeignet. Wir empfehlen dünne Materialien wie Softshell oder Fleece. Entscheidend ist, dass der Gurt möglichst straff anliegt und richtig platziert ist. Ein Dreipunktgurt sollte den Körper im Bereich der Beckenknochen, des Brust- und Schlüsselbeins fixieren.“

Die Gurtlose ist das wichtigste, aber nicht das einzige Argument dagegen, in voller Wintermontur Auto zu fahren. Viele Obermaterialien sind sehr glatt und haben den Nachteil, dass der Gurt darauf leicht verrutschen kann. Und nicht zuletzt profitiert ein Fahrer ohne Jacke von einer grösseren Bewegungsfreiheit, was ihm beispielsweise den Seitenblick erleichtert.

Kinder sind besonders gefährdet

Besondere Umsicht erfordert der Umgang mit Kleinkindern. Eltern packen Babys und kleinere Mitfahrer an kalten Tagen gerne warm ein. Bettina Zahnd rät aber, Schneeanzug und Jacken für Autofahrten immer auszuziehen oder wenigstens zu öffnen. „Die richtige Position im Kindersitz ist wichtig. Im schlimmsten Fall könnte das Kind sonst unterhalb oder seitlich des Gurts herausrutschen.“


Besondere Umsicht erfordert der Umgang mit Kleinkindern. (Bild: © mathom - shutterstock.com)

Besondere Umsicht erfordert der Umgang mit Kleinkindern. (Bild: © mathom – shutterstock.com)


Das raten die AXA Unfallforscher zusätzlich, um sicher durch den Winter zu kommen:

Fahrstil

Gerade auf vereisten oder schneebedeckten Strassen sollten Autofahrer mit einem „weichen“ Fahrstil unterwegs sein. Dazu gehört, gefühlvoll anzufahren und die Kupplung langsam kommenzulassen, vorsichtig Gas zu geben und darauf zu achten, dass die Räder nicht durchdrehen.

Im zweiten Gang anfahren

Das geht natürlich nur, wenn Ihr Auto über ein manuelles Schaltgetriebe verfügt. Zum Anfahren gleich den zweiten Gang benutzen, um ein Durchdrehen der Räder zu verhindern. Möglichst früh in einen höheren Gang schalten. Den Wagen bei Schnee lieber untertourig fahren: Denn auch im zweiten oder dritten Gang neigen die Räder bei einer höheren Umdrehungszahl zum Durchdrehen.

Voll in die Eisen steigen

Im Winter wie im Sommer gilt bei allen modernen Fahrzeugen mit ABS: Im Notfall immer so schnell und hart wie möglich auf das Bremspedal treten. Das Antiblockiersystem entfaltet nur dann seine volle Wirkung, wenn das Pedal maximal gedrückt und auch gehalten wird. Der Bremsweg auf schneebedeckter oder vereister Strasse ist ungleich länger als normal: Deshalb ist es wichtig, einen rund dreimal so grossen Sicherheitsabstand zum voranfahrenden Fahrzeug zu halten wie unter normalen Witterungsbedingungen. Besonders bei Kreuzungen ist vorausschauendes Fahren wichtig: Diese Stellen sind wegen der Vielzahl an Bremsvorgängen oftmals besonders glatt.


Im Notfall immer so schnell und hart wie möglich auf das Bremspedal treten. (Bild: © Kichigin - shutterstock.com)

Im Notfall immer so schnell und hart wie möglich auf das Bremspedal treten. (Bild: © Kichigin – shutterstock.com)


Anhalten an Steigungen vermeiden

Das Halten an einer Steigung sollte man möglichst vermeiden, weil das Anfahren bei Glatteis dort besonders schwierig ist.

Vorsicht beim Überholen

Überholvorgänge sollte man nach Möglichkeit vermeiden. Falls es doch nötig ist, ist besondere Vorsicht angebracht, denn beim Spurwechsel neigt das Auto besonders leicht zum Ausbrechen – einerseits, weil die Räder die Haftung in der Fahrspur verlieren, andererseits, weil sich zwischen den Fahrspuren häufiger kleine Schneehaufen bilden, die das Fahrzeug ebenfalls den Halt verlieren lassen.



Bei der Routenwahl

Die Route sollten Autofahrer mit Bedacht wählen und wenn möglich schwierige Passagen meiden. Besondere Vorsicht gilt an Orten, die feucht, schattig oder ungeschützt dem kalten Wind ausgesetzt sind. Hier bildet sich im Winter bei entsprechenden Temperaturen besonders leicht Glatteis. Zu diesen besonders gefährdeten Orten zählen etwa Brücken, schattige Waldstücke oder Strassen, die an Gewässern entlang führen.

 

Artikel von: AXA
Artikelbild: © Uros Jonic – shutterstock.com

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